Vierter Grad

Vierter Grad setzt sich aus zwei Gitarren, Bass, Keyboard und Drums zusammen. Die Band aus Bochum pflegt keinen festgelegten Stil, sie bedient sich unbekümmert aus dem Fundus von Pop und Folk ohne ihre generationsbedingt krachigen Wurzeln zu vernachlässigen. Bass und Schlagzeug sorgen für ein treibendes und solides Fundament, in das Gitarren und Keyboard einsteigen, um reduzierte, aber dichte Klangflächen zu erzeugen. Vierter Grad FotoDie so hergestellte Song-Atmosphäre wird vom Gesang aufgegriffen, so dass die teils englichen, teils deutschen Texte nicht Wort für Wort erfasst werden müssen, um den Liedinhalt zu verstehen. Umso schöner, dass die eigenen Texte so ernst genommen werden, dass sie auch einfach gedruckt werden können. Die Auftritte von Vierter Grad leben jedoch von der Spielfreude der Band, die in bester Kapellen-Manier aufspielt und dabei in der Lage ist, ihre überlegten Arrangements aufrecht zu erhalten, aber auch wenn nötig Überflüssiges über Bord zu werfen.

Vierter Grad – Die Band

Was man auch über die Band sagen kann

Konzertbesprechung von Andre Kröger zu dem Auftritt von Vierter Grad beim Bochumer Rundlauf 2013:

„Sie kommen aus dem tiefsten Ruhrpott und scheinen doch den Staub der weiten Prärie in ihren Kleidern zu tragen. Als die Fünferbande auf der wie gewohnt in dezentes Wohnzimmerlicht getauchten Bühne loslegt, vergisst man glatt, dass man sich in einer ehemals gutbürgerlichen Kneipe mit angeschlossener Bundeskegelbahn mitten in der Bochumer Speckschweiz befindet. Wie man hört, tun sich die Bandmitglieder schwer damit, ihre Musik so in Worte zu fassen, dass man sich darunter auch etwas vorstellen kann. Doch wer die Bochumer Formation 4er Grad am letzten Freitag live im „Haus Steden“ erlebt hat, wird diese Probleme kaum nachvollziehen können. Denn die Referenzen traten an diesem Abend deutlich zutage. Jenz Bötel pflegt ein Gitarrenspiel, das seine Vorbilder bei Kid Congo Powers (Ex-Gun Club) und Blixa Bargeld (Ex-Bad Seeds) hat. Dabei geht er durchaus eigene Wege und drückt mit seinem betont langsamen und selbst in den selten aufblitzenden Solopassagen auf nur wenige Töne reduzierten Stil der Band seinen minimalistischen Stempel auf. Dass der Sound von 4er Grad trotz des Einsatzes diverser Gitarren-Effektgeräte aus dem Arsenal der (Neo-)Psychodelia sowie eines leibhaftigen Keyboards nie ins Schweben kommt, liegt zum einen an Schlagzeug-Animal Seb Bötel, der im Verein mit dem ebenso unscheinbaren wie versierten Bassisten Achim für ein treibendes und solides Fundament sorgt, und zum anderen an dem zweiten Gitarristen im Bunde und hauptamtlichen Sänger Tom aka Lucky, der seine poetischen Assoziationen im Stile eines Peter Hein auf die Bretter rotzt. Dagegen glänzt Tastenfrau Lilli im Stillen mit dezenten Keyboard-Tupfern und poppigen E-Piano-Sequenzen, wobei sie auch gern mal ein schräges Solo einstreut. Vierter Grad bringen mit ihrem country-infizierten Schlepprock zwar keine Neubauten zum Einstürzen. Aber als krönender Abschluss eines Kunstevents namens „Bochumer Rundlauf“ waren sie die Idealbesetzung.“

 

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